Ich kann nichts wirklich - Was, wenn dein Leben gar nicht aus gescheiterten Versuchen besteht?
Denkst du „Ich kann nichts wirklich gut“ oder „Ich bin nicht erfolgreich“? Wenn du dich ständig fühlst, als würdest du hinterherhinken, solltest du deine Geschichte vielleicht einmal anders betrachten.
Janina Jaeckel
9/6/202610 min read


Tausend Projekte in deinem Kopf?
Du hast so viele Ideen, dass du selbst gar nicht weißt, wohin mit ihnen.
Doch da ist auch diese nagende Stimme, die an allem zweifelt, was du jetzt tun könntest, oder?
Du blickst auf dein Leben. Und da sind angefangene Projekte, neue und alte Inspirationen. Interessante Fragen und Probleme, die darauf warten gelöst zu werden. Wahrscheinlich stehe irgendwo noch Materialien oder Ergebnisse von alten Hobbys herum.
Auf deinem Computer findest du alte Projekte, die du schon ganz vergessen hattest.
Und bei jedem neuen Projekt denkst du dir:
Das ist es jetzt!
Ich habe meinen Lebenssinn endlich gefunden!
Bis dein Interesse wieder nachlässt und das schale Gefühl des Versagens zurück lässt.
Was bleibt ist eine Überzeugung: "Ich kann nichts. Und ich bin nicht erfolgreich."
Du schaust dich in deinem Bekanntenkreis um und das Gefühl hinterherzuhinken verdichtet sich. Während andere längst wissen, was sie wollen und wer sie sind, oder zumindest den Weg durchziehen, den sie mal gewählt haben, fängst du immer wieder von vorne an.
Und dann kommt die gefürchtete Frage: "Und was machst du?"
Während andere einfach mit einem Wort wie Lehrerin oder Ärztin antworten, kommst du ins straucheln. Gibt es überhaupt eine klare Bezeichnung für das, was du tust? Und kannst du zugeben, dass du schon wieder an etwas komplett anderem arbeitest?
Kommt dir das bekannt vor? Wenn du dich ertappt fühlst, dann wisse, dass du nicht allein bist. Denn diese Gedanken habe ich nicht magisch aus deinem Kopf entnommen. Sie kommen aus meinem eigenen.
Ich lade dich ein, ein kleines Gedankenexperiment mit mir zu machen.
Was wäre, wenn dein Leben gar nicht aus einer langen Reihe von gescheiterten Versuchen besteht?
Vielleicht hast du deine eigene Geschichte bisher einfach aus der falschen Perspektive heraus betrachtet.
Komm, wir werfen deine Bewertung deines bisherigen Lebens einmal komplett über den Haufen. Lass uns den Gedanken "Ich fange ständig etwas an und ziehe nichts durch. Ich kann nichts wirklich gut und werde nie erfolgreich sein." mit einem dicken schwarzen Stift durchstreichen, das Blatt zerreißen und die Schnipsel verbrennen.
Nein, ich habe keinen Zauberstab, der dich jetzt mit viel Glitzerstaub erfolgreich macht. Das brauchst du auch gar nicht. Ich habe etwas praktischeres für mich entdeckt. Einen Perspektivwechsel. Und der fühlt sich an wie eine warme Decke und eine Tasse Tee an einem verregneten Tag.
Die Geschichte, die du über dich selbst erzählst
Ertappst du dich bei der Sehnsucht danach, endlich die eine Sache zu finden, die dich so begeistert, dass du sie den Rest deines Lebens machen kannst?
Das tust du bestimmt. Ich tue es auch, obwohl ich mich mittlerweile mit meiner eigenen Scanner Persönlichkeit weitestgehend versöhnt habe.
Und das ist ja auch kein Wunder. Schau dir die Geschichten mal an, die uns in Romanen, Biographien und Filmen begegnen. Die Geschichten, die unser kollektives Unbewusstes hervorbringt und zugleich prägt.
Jemand ist unzufrieden mit ihrem Leben.
Dann entdeckt die Person ihre wahre Leidenschaft oder gibt ihr wieder Raum.
Sie beginnt voller Elan und gegen alle Widerständer sich dieser Leidenschaft zu widmen. Sie schreibt, malt, tanzt, backt, kocht oder renoviert ein altes Haus.
Natürlich gibt es Schwierigkeiten, doch diese eine Sache trägt sie darüber hinweg, dann es ist ihre Seelenaufgabe.
Am Ende bleibt sie bei der einen Sache, die sie vollkommen erfüllt und ich damit erfolgreich.
Ich liebe solche Geschichten.
Und gleichzeitig haben sie eine unangenehme Nebenwirkung. Denn all diese Geschichten vermitteln uns die selbe Idee:
Finde heraus, wer du wirklich bist und was deine Leidenschaft ist. Entscheide dich dafür, bleib dabei und Happy End. Erfolg, Liebe, nicht enden wollende Erfüllung.
Und für viele Menschen funktioniert dieser Weg.
Wenn du dich jedoch wie ich mit den Begriffen wie Scanner Persönlichkeit, Generalistin oder Multitalent identifizieren kannst, dann stellt dieser Weg ein unlösbares Problem dar.
Denn natürlich wollen wir diesem gesellschaftlichen Ideal folgen. Es mangelt uns nicht an Versuchen, Disziplin oder Ausdauer. Nur eben an der Geradlinigkeit.
Und anstatt dieses Lebensmodell anzuzweifeln, habe ich immer wieder und wieder versucht ihm zu entsprechen.
Jede meiner Begeisterungen, jedes Projekt, jeder Job wurde zu meiner Identität. In diesem Moment war ich ganz klar, ganz fokussiert und auf meinem Weg zum Erfolg.
Alles was davor war, wurde vollkommen unwichtig, gelöscht und als Zeitverschwendung abgestempelt.
Ich weiß noch, wie ich mich immer wieder über mich selbst geärgert habe. Warum habe ich nicht früher damit angefangen? Dann wäre ich jetzt schon richtig gut.
Ein ewiger Kreislauf, der mich blind für die Wahrheit gemacht hat.
Denn hätte ich früher mit etwas angefangen, hätte ich das Interesse daran einfach früher wieder verloren.
Das alles konnte ich nicht sehen. Denn jede Begeisterung war für mich ein kompletter Neustart. Eine neue Identität. Eine Hoffnung auf den ersehnten Erfolg. Und vor allem auf meinen Platz im Leben.
Und damit auch jedes Mal ein Beweis dafür, dass ich immer wieder versage.
Warum Interessenwechsel Scanner Persönlichkeiten so tief treffen
Und genau hier können wie ansetzen.
Statt zu versuchen, uns endgültig festzulegen, um darin endlich Sicherheit zu finden, lass uns erstmal verstehen, was ein Wechsel unseres Interesses überhaupt bedeutet.
Die Gesellschaft lehrt uns, dass wahre Genies eine Leidenschaft haben und diese zu ihrem Lebensinhalt machen. Sie ist ihre Identität. Der Nordstern, der alles überstrahlt.
Wenn du ein Interesse wechselst, dass dir vielleicht monate- oder sogar jahrelang als Identitätsstifter und vielleicht auch zum Brotverdienen gedient hat, stößt dich das jedes Mal in eine Sinnkrise.
Aus einem simplen kein Interesse mehr, wird die Frage: "Wer bin ich überhaupt?"
Und dann beginnt wieder die Suche.
Nach der richtigen Leidenschaft. Dem richtigen Beruf. Dem einen Weg, der für dich bestimmt ist.
Jeder neue Anfang ist zugleich die Hoffnung, das eine Wahre endlich gefunden zu haben.
Und dann kommt wieder die Ernüchterung. Die tiefe Enttäuschung, dass du es wieder nicht geschafft hast.
Wieder nicht durchgezogen.
Wieder angefangen und aufgegeben.
Wieder versagt.
Und was, wenn das Problem gar nicht in deiner Vielinteressiertheit liegt?
Was wenn wir davor ansetzten?
Wenn wir aufhören, eine lineare Geschichte als die einzig denkbare Form von Erfolg anzusehen?
"Ich bin nicht erfolgreich"
- vielleicht liegt das Problem woanders
Schau ich auf mein Leben zurück, dann sehe ich auf den ersten Blick eine Reihe unzusammenhängender und vor allem gescheiterter Abschnitte.
Schriftstellerin.
Studium, Arbeit in der Forschung und eine angefangene Promotion.
Arbeit in der Marktforschung.
Ein Gesundheits-Blog. Ein spiritueller Lifestyle-Blog und Coaching.
Arbeit als Karrierecoach.
Ordnungscoach.
Künstlerin.
Nichts davon konnte ich länger als ein paar Jahre durchziehen. Sieben Jahre in der Forschung in die Tonne getreten. Jahrelanges Lernen von Geschichten, Schreib- und Maltechniken für nichts.
Du kennst das sicher auch. Egal ob es um Berufe oder vergangene Hobbys geht. Du beendest eine leidenschaftliche Passion ebenso abrupt, wie du die nächste beginnst.
Manche kommen nie wieder. Andere tauchen in Zyklen immer mal wieder auf, um dann wieder abzutauchen.
Und jeder Wechsel tut so verdammt weh. So viel verlorene Zeit. So viel verschwendete Energie.
Immer wieder eine neue Identität, die von Grund auf aufgebaut werden musste.
Wenn dein Leben also nicht linear verläuft? Wenn es nicht aus der einen Entscheidung nach der Schule in Ausbildung oder Studium und dann eben Job mit Aufstiegen besteht?
Was dann?
Vielleicht denkst du, dass dein Leben von oben eher wie ein Irrgarten mit vielen Abzweigungen und Sackgassen aussieht.
Dann entsteht schnell der Eindruck, mit dir stimmt etwas nicht.
Warum kannst du nicht einfach eine Sache durchziehen? Warum stellst du dich nur so an?
Wahrscheinlich glaubst du, du müsstest nur disziplinierter sein. Fokussierter. Konsequenter.
Und gleichzeitig weißt du, dass du so nicht funktionierst. Du hast es ja versucht.
Du hast dich schon so oft durch gebissen. Weiter gemacht, obwohl alles in dir nach etwas anderem geschrien hat.
Doch anders als erwartet, führte das nicht zu Erfolg. Nur zu Erschöpfung, Schuld und Scham.
Wenn du deine Art zu leben und zu arbeiten nicht an diese gesellschaftliche Idee der spezialisierten Fachkraft anpassen kannst?
Hast du dann automatisch versagt?
Oder brauchen wir als Scanner-Persönlichkeiten vielleicht ganz andere Kriterien? Ganz andere Entwürfe von Erfolg und dem Leben an sich?
Gibt es überhaupt so etwas wie hinterher hinken?
Dein Leben ist keine Ansammlung isolierter Projekte
Wie ist das bei dir? Welche Interessen, Hobbys und Projekte haben dich eine Zeitlang begleitet, nur um dann wieder zu verschwinden?
Vielleicht hast du vor einigen Jahren leidenschaftlich gern fotografiert. Du wurdest zu der Fotografin. Egal ob als Hobby oder als Berufsweg.
Heute machst du das kaum noch.
War das Fotografieren deshalb ein gescheiterter Versuch? Eine Zeitverschwendung?
Oder hast du vielleicht etwas daraus mitgenommen?
Was hast du gelernt? Was hat sich in dir und deiner Art, die Welt zu sehen, verändert?
Vielleicht hilft dir das, was du damals gemacht hast, heute in Bereichen, die auf den ersten Blick überhaupt nichts damit zu tun haben. Oder vielleicht haben sie dich auch nur als Person wachsen lassen, deine Perspektive auf die Welt geformt.
Nicht du bist gescheitert, sondern ein Projekt ist eben zu Ende gegangen.
Wenn der lineare Weg unser Ideal bleibt, dann verlieren wir uns in dem Denkfehler, dass jedes Interesse ein erfolgreiches und langlebiges Ergebnis bringen muss.
Selbst wenn du dein Studium oder deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast, zählt das in deinem Kopf heute wahrscheinlich kaum noch, wenn du das nicht für deinen aktuellen Job nutzt.
Dabei können wir uns auf das konzentrieren, was wir gelernt, erfahren haben und wer wir dadurch geworden sind.
Mein Weg ist dafür ein gutes Beispiel. Ich bin ein zyklischer Scanner. Meine Interessen und Bedürfnisse verändert sich also auch ständig, doch sie kommen so oder zumindest ähnlich immer mal wieder zurück.
Und jedes Mal verändern sie nachhaltig etwas in meinem Leben und Alltag.
Blöd nur, wenn ich das nicht sehe.
Wenn ich immer wieder mit jedem neuen Interesse auch meine Identität wechsle und wieder von vorn anfange. Denn wenn ein Interesse nachlässt, habe ich meist alles dazugehörige entsorgt und vergessen.
Stell dir vor, du baust dein Leben und deine Identität nicht um ein Interesse oder einen Beruf herum auf.
Sondern um dich selbst. Du selbst wirst zum Mittelpunkt deines Lebens.
Und deine Interessen tragen nur dazu bei, das Angebot in deinem Warenhaus des Lebens interessanter und einzigartiger zu machen.
Wie eine Künstlerin, die nicht immer wieder das gleiche Bild mit kleinen Änderungen malt. Sie beginnt jedes Mal ein anderes Bild, ein anderes Motiv. Vielleicht sogar eine komplett andere emotionale Stimmung und Farbgebung.
Und doch bleiben ihre Werke unverwechselbar ihre eigenen. Weil sie aus ihrer Identität heraus malt.
Genau so kannst du dein Leben gestalten, nur das dein Medium deine Leben selbst ist.
Wenn deine Identität sich aus dir als Person speist und nicht länger abhängig von einer gleichbleibenden Tätigkeit ist, passiert etwas erstaunliches:
Ein Interessenwechsel ist plötzlich kein Drama mehr.
Du kannst ein Projekt einfach beenden, wenn es nicht funktioniert, sich nicht mehr stimmig anfühlt oder sich deine Bedürfnisse verändern. Oder einfach weil du gelernt hast, was du lernen musstest.
Und das ganz ohne die emotionalen Spirale des Scheiterns und das ganze Drama.
Du kannst anerkennen, was dir eine Phase gebracht hat und weiterziehen.
Dann wird dein Leben von einer unzusammenhängenden Ansammlung aus aufgegebenen Dingen zu einer Sammlung von Erfahrungen, Fähigkeiten und Perspektiven. Das macht dich nicht schlechter, sondern interessanter.
Was wenn du alles, was du beruflich, ausbildungstechnisch oder als Hobby gemacht hast, mal nebeneinander legen würdest? Alle Interessen, Projekte, Erfahrungen, Recherchen.
Dann würdest du Muster darin entdecken, die dir bislang nicht aufgefallen sind.
Bestimmte Fähigkeiten.
Wiederkehrende Fragen.
Eine besondere Art zu denken und an Probleme heran zu gehen.
Ähnliche Bedürfnisse.
Vielleicht sogar ein Thema, das sich auf ganz unterschiedliche Arten durch dein ganzes Leben zieht.
Denn bei all der Vielseitigkeit bleibst du doch die Künstlerin deines Lebens. Und du tust Dinge, auf deine ganz eigene Art und Weise.
Dein Weg ist nicht linear, doch du fängst auch nicht immer wieder bei Null an.
Natürlich wird dadurch das gesellschaftliche Bild von Erfolg nicht automatisch verändert.
Es ist nicht der leichteste Weg.
Doch es ist ein Weg, den du gehen kannst ohne dich selbst zu verleugnen und kaputt zu machen.
Du musst deine ganze Geschichte nicht sofort verstehen
Was geschieht in dir, wenn du diesen Gedanken zulässt?
Vielleicht löst das Lesen bei dir Erleichterung aus. Vielleicht aber auch Widerstand.
Wenn du dich jahrelang über deine vermeintliche Unfähigkeit definiert hast, kannst du diese Geschichte nicht einfach abschütteln. Und das musst du auch nicht.
Es würde dir nicht helfen, jetzt mit Positivismus daran zu gehen und dir einzureden, dass alles perfekt ist.
Ich möchte dich stattdessen einfach dazu einladen, genauer hinzuschauen. Oder vielleicht besser wertfrei.
Hast du deine Lebensgeschichte schonmal ohne negative Bewertung betrachtet?
Nimm dir doch mal ein bisschen Zeit und gehe durch jede Station deines Leben.
Nicht mit Blick darauf, wie lange es gedauert hat, bis du wieder mal aufgegeben hast. Sondern mit Blick auf die Erfahrungen, die du gesammelt hast.
Daraus musst du nicht direkt eine lineare Geschichte bauen. Auch keine neue Identität gewinnen.
Es bewirkt etwas ganz Simples: Du löst die Basis auf, auf der deine Selbstzweifel und -abwertungen gebaut sind.
Und für dieses Moment reicht das.
Du musst den frei gewordenen Platz nicht direkt durch etwas neues ersetzen.
Du darfst einfach eine Weile darin verweilen. Atmen.
Wenn du dich in meinen Worten, und den Beschreibungen aus meiner eigenen Vergangenheit wiedererkannt hast, möchte ich dich einladen, das Experiment noch etwas zu vertiefen.
Denn manchmal braucht man jemanden, der einen bei den großen Erkenntnissen und Umwälzungen an die Hand nimmt.
Und dafür habe ich ein kleines Geschenk für dich entwickelt: den Scanner Erfolgs-Spiegel.
Egal ob du dich wirklich als Scanner, Multitalent oder Generalistin siehst oder der Gedanke "ich kann nichts" sich einfach nur fest in deinen Kopf eingenistet hat. Er hilft dir dabei, vergangene Interessen, Hobbys, Projekte und Lebensphasen noch einmal sichtbar zu machen.
Natürlich ganz ohne Selbstkritik.
Der Erfolgs-Spiegel leitet dich an, zu entdecken:
was du erlebt hast
was du gelernt hast
welche Fähigkeiten du entwickelt hast
welche Fähigkeiten dir total natürlich vorkommen und doch große Vorteile bieten
welche Erfolge und Fortschritte du übersehen hast
welche Muster sich dabei durch deine Geschichte ziehen
Vielleicht bist du am Ende wirklich überrascht, was du dabei über dich selbst entdeckst.
Ich wünsche dir von Herzen, dass du dabei erkennst, dass du nicht hinterher hinkst, sondern deinen ganz eigenen Weg gehst.
Und wenn du diesen Weg langsam zu sehen lernst, kannst du ihn mit Stolz und Würde beschreiten.
Hier kannst du dir den Erfolgsspiegel für Scanner Persönlichkeiten herunterladen.
Alles Liebe
Janina








